Pressestimmen 2003 und früher

Schnell noch einmal rausgucken

„Bis dahin [10. September] kann jeder, Profi oder Amateur, Ruhrgebietler oder nicht, seine nicht-kommerziellen Filme einreichen. Der Bezug zum Ruhrgebiet sollte natürlich da sein, aber es ist zunächst erst einmal herzlich egal, ob er sich durch das Thema, den Drehort oder schlicht den Wohnsitz des Regisseurs herstellen lässt. Es geht eben um außergewöhnliche Begegnungen, die Gedankens sind frei, es darf auch gerne älteres Material sein.“
Ruhr Nachrichten Bochum 22.8.2003

Reizvolle Blicke aus dem Ruhrgebiet

„Was filmen die Menschen, die im Ruhrgebiet leben? Und welche Filme drehen die, die von hier stammen und in die weite Welt gezogen sind? Diese Fragen beschäftigt das Bochumer Festival ‚Blicke aus dem Ruhrgebiet’.
[...]
‚Blicke aus dem Ruhrgebiet’ sucht neue und alte Produktionen, Dokumentar-, Spiel- und Experimentalfilme, Musikclips, Trickfilme und Werke mit Grenzüberschreitungen zwischen den Kategorien.“
WAZ Kultur 9.9.2003

Dokumentarfilmer Wierke wäre am liebsten unsichtbar

„Am Sonntag ist Wierke auf dem 11. Regionalen Festival für Video und Film ‚blicke aus dem ruhrgebiet’ vertreten.
In nur zwei Minuten bereist Wierke das gesamte Ruhrgebiet, ja das ganze Bundesland. Wie er das schafft, ist das Ergebnis einer ebenso einfachen, wie ungewöhnlichen Idee. Es gibt keine Bilder von Ort- und Landschaften, sondern Satzfetzen, die bestimmte Vorstellungen von Land und Leuten in unseren Köpfen hervorrufen: die Staumeldungen des Radios. ‚Da zwischen sind wir’ hat Wierke seinen Festival-Beitrag genannt.
vs, WAZ Unna 22.11.2003

Poesie und Castrop: Blicke aus dem Ruhrgebiet starten

„Castrop-Rauxel als Ort der Poesie, ein seltsamer Gast in einem verfallenen Grand-Hotel oder die Erleuchtung in der Autowaschanlage – die Themen der Filme beim 11. ‚Blicke aus dem Ruhrgebiet’ sind vielfältig.
[...] Begleitet wird das Festival von einem umfangreichen Rahmenprogramm: Am Samstag ist das unabhängige Filmfestival ‚KAN’ aus Wroclaw (Breslau) mit einigen Filmen zu Gast, abends gibt es eine Super-8-Nacht. Am Sonntag diskutiert eine prominente Runde über das Ruhrgebiet als Spielfilmset, mit dabei ist unter anderem ‚Bang Boom Bang’-Regisseur Peter Thorwarth.“

Carsten Schäfer, Ruhr Nachrichten Bochum 22.11.2003

Die Poesie in Castrop Rauxel

„Sören Lang hat sich mit der Kamera in ‚Castrop Rauxel’ auf Spurensuche begeben. ‚Was ist für Sie Poesie?’, fragt der Menschen, die er trifft.
[...] Einen wirklich berührenden Dokumentarfilm hat Mathias Bozellec beigesteuert: ‚Der Schattenmann’ zeigt den harten Kampf der 60-jährigen Christa Pestel gegen die Parkinson-Krankheit: Krankenhaus-Alltag, quälendes Warten auf die OP, Nervenzittern und Beine, die den Dienst versagen. Die Frau ist eine Kämpfernatur. Wenn man sie dann im Kino-Foyer sieht, und es ihr offensichtlich besser geht, möchten man sie zu ihrer Tapferkeit beglückwünschen.“
Kai-Uwe Brinkmann, Ruhr Nachrichten Kultur 22.11.2003

Alle schauen auf die „Blicke“

„So viele Filmfans wie nie drängelten sich um die Plätze bei der am Donnerstag gestarteten 11. Fortsetzung nichtkommerzieller Revier-Optik, die gestern Abend mit der Preisverleihung endete (...). Die Organisatoren stöhnten lustvoll ob der Massen und auch auf den Gesichtern der Kinoverantwortlichen malte sich eine zufriedene Mischung aus Stolz und Müdigkeit. Die gute Resonanz ist sichtbarer Ausweis für den Erfolg des Konzepts, das von Jahr zu Jahr nur minimalen Veränderungen unterliegt, und das sichere Gespür der Auswahljury.“
Peter van Dyk, Ruhr Nachrichten 24.11.2003

Leute, blickt auf dies` Gebiet

„Hinter einer erklecklichen Anzahl der gelisteten Filmtitel prangte wieder der stolz-hemdsärmelige Finanzausweis ‚no budget’. Diesen Produktionen ein Forum zu bieten und eindrücklich zu beweisen, dass auf dem Felde der Kultur manchmal Geld nichts und Leidenschaft alles sein kann, ist erneut das große Verdienst der ‚Blicke aus dem Ruhrgebiet’. In der Realität der Organisatoren freilich heißt ‚no budget’ eben auch ‚no festival’. Sollte das eintreten, verlöre die Region mit den ‚Blicken aus dem Ruhrgebiet’ eine künstlerisch wie zeitgeschichtlich bedeutsame Perspektive.“
Peter van Dyk, Ruhr Nachrichten 25.11.2003

Festival noch besser

„Punker, die in der Einkaufsstraße rummachen, Migranten, die dealen, Frauen, die darum kämpfen Männer zu werden, RentnerInnen, die noch Witz haben, Türken, die noch Castrop Rauxel schön finden, Schwule auf der Suche nach Safer Sex, Kohlenhändler, die sich Zeit für ein Schwätzchen nehmen, Das waren die Themen auf dem diesjährigen Filmfestival ‚Blicke aus dem Ruhrgebiet’ in Bochum.“
Bernd Schäfer, taz NRW 27.11.2003

'Blicke aus dem Ruhrgebiet' ist spannend

"'Blicke aus dem Ruhrgebiet’ ist spannend auch und gerade durch das Nebeneinander der Produktionen von Profis und Amateuren, interessant vor allem auch deshalb, weil der Blick aus dem Revier hinaus in die Welt sich trifft mit dem Blick aus der Welt auf das Ruhrgebiet."
Claus Bredenbrock – 1000 Feuer Kulturmagazin des KVR

"Schon am ersten Abend kristallisierten sich potentielle Preisträger heraus."

„In 'E. Libuda' bewältigt der Berliner Student Jörg Kidrowski den Tod seiner Großmutter, indem er seine Mutter bei der Wohnungsauflösung begleitet. Schwelgend schaut die Mutter Fotos, kramt in Erinnerungen und hat für jedes Möbel eine Geschichte parat. ...Der Beitrag 'Citizen Subway’ ist nicht so realitätsnah: In einer dunklen Zukunft haben auf U-Bahnsteigen Terminator ähnliche Wesen die Macht. Die Bürger unterstehen ihrer ständigen Kontrolle, jeder trägt einen Microchip unter der Nackenhaut. ... Die erste 'Blicke’-Nacht kann allenfalls ein Vorgeschmack gewesen sein.“
ros - 23.11.2002 Ruhr Nachrichten

„Seit 10 Jahren ein Forum für visionäre Produktionen“

"Am Sonntagabend ging das zehnte regionale Festival für Film und Video "Blicke aus dem Ruhrgebiet", zu Ende. In den zehn Jahren seines Bestehens hat sich das Festival von einem kleinen Treffpunkt zu einem "für die Region und darüber hinaus wichtigen Ereignis" entwickelt, so Kulturdezernent Küppers ..."
etz in WAZ vom 26.11.2002

Feste Größe, Institution, Tradition: das ist das regionale Festival für Video und Film

"Blicke aus dem Ruhrgebiet" (...) "Eine unglaublich lebendige Szene, die ständig wächst", bestehend aus professionellen und Nachwuchsfilmemachern, stellt sowohl die Veranstalter als auch die Jury wieder vor eine harte Aufgabe."
Anna Meierling „Grenzenlose Blicke aus dem Ruhrgebiet“ in Ruhrnachrichten lokal vom 19.11.2002

"Größer, dicker, schneller..."

"(...) soll es erneut geworden sein, kein Vergleich mehr zu den Anfängen, da das Programm nur für zwei Tage reichte. Jetzt packen die Veranstalter 50 Filme – in neuntägiger Dauerglotzerei aus 166 ausgewählt – in vier Tage Festival, plus Rahmenprogramm, plus autobiografische Werkschau, plus Präsenzvideothek."
PvD "Schöne Aussichten in Langendreer" in Ruhrnachrichten regional vom 19.11.2002

Der Oscar des Ruhrgebietes

"(...) Bis kurz vor Bekanntgabe der Gewinner stand die Jury noch unter großem Druck, aus 53 gesehenen Filmen drei gleichwertige Gewinner auszuwählen und sie mit je 1.500 Mark zu belohnen, (...) Schließlich gab es sehr kurze, eher experimentelle Filmchen mit hohem künstlerischem Anspruch bis hin zu fast einstündigen, eher schlichten Dokumentarfilmen. (...) Entspannt auf vier erfolgreiche Tage zurückblicken konnte derweil das Organisatoren-Team (...). Die Besucherzahlen ließen nichts zu wünschen übrig. Mit Vorfreude denkt man schon an das zehnjährige Jubiläum im nächsten Jahr, das, selbstverständlich groß gefeiert wird' (...)"
ros in Ruhr Nachrichten Bochum vom 27.11.01

Der regionale Nachwuchs wirft private Schatten

"(...) Schon im Vorfeld waren die Veranstalter - das ist im Wesentlichen ,Klack Zwo B e.V.' - von der Rekordflut von 165 Einreichungen überrascht worden. Für ein kleines Regionalfestival, das jedes Jahr von neuem um die Finanzierung kämpfen muss, ist das Balsam auf die geschundene Seele. Diese Freude hielt auch während der viertägigen Veranstaltung an, waren doch alle Veranstaltungen gut besucht. Sogar die Diskussionsrunden im Rahmenprogramm hatten großen Zulauf (...)"
ciwa in WAZ Bochum, vom 27.11.01

,Blicke aus dem Ruhrgebiet': Quantensprung der Qualität.

Ermunterung und Ansporn für regionalen Nachwuchs
" (...) 'Extrem motivierend' zu sein, wie es Co-Juror und Filmemacher Robert Bosshard nannte, ist denn auch das Mindeste, was man über die Filmtage in Langendreer und ihre Auswirkungen auf die Szene sagen könnte. Lehrreich, impulsiv, witzig und frech kamen die Werke auch diesmal daher - immer wieder erstaunlich, was so alles mit ,no-budget-Produktionen' zu machen ist. (...) Einige Filme wurden von der Jury gar als zu gut befunden und mit dem wärmsten Glückwünschen von den Preisen ausgeschlossen. Das Herz schlägt eben für den Nachwuchs und in Langendreer ist nun eins, wenn nicht sogar das wichtigste Festival für die Jungfilmer zur echten Institution geworden."
PvD in WAZ 11.2000

Zwei Filmfeste und ihre (Vor-)Geschichte

"1993 tauchte es auf, von manchen zunächst gar nicht bemerkt, als ausdrücklich regionales Filmfest für all die, denen Oberhausen, Duisburg oder auch die beiden Dortmunder Veranstaltungen, femme totale und die Internationalen Videotage, kein ausreichendes Forum boten. (...) Und es wuchs beachtlich, wurde wahrgenommen, fand neue Unterstützer, Aufmerksamkeit auch bei den Profis, entwickelte sich zum Tipp unter Filmhochschulstudenten. (...) Und mit Sicherheit wird es unter den mehr als 30 Produktionen auch diesmal wieder den ein oder anderen überraschenden und unverbrauchten filmischen Blick eines vielleicht (noch) unbekannten Autors auf das Ruhrgebiet zu entdecken geben, der allein schon den Weg nach Bochum-Langendreer lohnt, zu diesem so sympathisch gegen die Zeitgeister organisierten Festival, das sich auch im achten Jahr für ,außergewöhnliche und provokative Begegnungen' stark machen wird."
Paul Hofmann in "kultour Herbst 2000" S. 49

"Blicke aus dem Ruhrgebiet": Neuer Heimatstolz

"Liebesgeschichten, Krimis, mystische Erzählungen, Weltpolitik - dies alles und viel mehr findet sich beim siebten Regionalen Festival für Video und Film ,Blicke aus dem Ruhrgebiet'. (...) Und auffallend ist, dass sich außergewöhnlich viele Videos und Filme thematisch auf das Ruhrgebiet beziehen, dabei ein wiederbelebter Heimatstolz gezeigt wird."
W-m in "Ruhrnachrichten" vom 13.11.99

Begegnungen im Bahnhof

"Auch im sechsten Jahr wird es wieder die bewährte Mischung aus Wettbewerb und Rahmenveranstaltungen geben. Gerade letztere gelten als Geheimtip. Denn die Reihe ,autobiografische Werkschau' biete sehr persönliche Begegnungen mit Autoren aus der Region (...). (...) das macht ein bislang immer spannendes Nebeneinander von Amateuren und Profis möglich, auf das die Veranstalter (...) mit Recht stolz sind. Diese Einstiegs-Chance haben Freizeitkünstler, Video-Individualisten und die Filmstudenten im Land längst entdeckt. Es ist nur konsequent, wenn die alljährlich neu berufene prominente Jury des Wettbewerbs - in diesem Jahr die Experimentalfilmerin Dore O. aus Mülheim, der WDR-Redakteur Rolf Bringmann sowie Werner Spies vom Marler Adolf-Grimme-Institut - gehalten ist, die unterschiedlichen Produktionsbedingungen der TeilnehmerInnen bei der Vergabe der Förderpreise zu berücksichtigen."
Paul Hofmann in "kultour Herbst 1998" S. 22

Das Ruhrgebiet fasziniert sie. Regionales Festival zeigt eine Werkschau von Gabriele Voss.

"'Menschen stehen im Mittelpunkt' sagt die in Witten lebende Filmemacherin Gabriele Voss über ihre Arbeiten. Einblicke gewährt sie jetzt auf dem fünften regionalen Video- und Filmfestival ,Blicke aus dem Ruhrgebiet' in Bochum. (...) , Ich habe für das Festival natürlich Ruhrgebietsfilme ausgewählt', meint Gebriele Voss, sie betone aber, dass das nur einen Teil ihres Werkes ausmache: ,Ich sehe mich als europäische Filmemacherin.'."
(pad) in "WAZ" vom 8.11.1997

Filmfestival zeichnet Britta Petzold aus

(...) Die hohe Qualität, die steigende Zahl professioneller Arbeiten, stellt das Festival vor eine neue Situation. "das Festival entwickelt sich und wir müssen uns mitentwickeln", sagte gestern Gaby Hinderberger. Von "az", Ruhrnachrichten vom 19.11.1996 Festival füllte an drei Tagen die Endstation Ein Drehorgelspieler begrüßte die Gäste am Freitag vor dem Kino Endstation zum Auftakt des 4. Regionalen Festivals für Video und Film: "Blicke aus dem Ruhrgebiet". An drei Tagen wurden hier 32 Filme und Videos im Wettbewerb gezeigt und dazu noch ein Rahmenprogramm vorgestellt. Das Festival beschäftigt sich mit der Region, Filmemacher von hier und Filme über das Ruhrgebiet standen auf dem Programm. (...) An den Anfang stellte der Veranstalter mit dem Film "Philosophy Clip" bewußt die Frage, ob wir nur sehen, was wir schon kennen. Dieses Motto stand auch für die weiteren Beiträge zur Diskussion. Experimental- und Spielfilme, Animations- und Dokumentarfilme von einer bis zu sechsundsiebzig Minuten Länge füllten die drei Tage des Festivals und machten es der Jury nicht leicht, nur drei Filme auszuzeichnen (...)
von "tod", Ruhrnachrichten vom 18.11.1996

"Blicke aus dem Ruhrgebiet"

(...) Die "Blicke aus dem Ruhrgebiet" entpuppten sich - wohl auch wegen des allgemein gehaltenen Festivaltitels - als äußerst unterschiedlich. Von Einzelportraits (etwa der dritte Teil der Geschichte von Cori, einer Aids-Kranken oder die eines jungen Junkies, der in Dortmund auf der Straße lebt) bis zu einem 38 Sekunden Stück "Neulich bei Gaby". (...) Insgesamt beherrschten vor allem Spielfilme und Dokumentationen das Bild des Festivals. Wer auf wagemutige Experimentalfilme gewartet hatte, wurde enttäuscht. Die VeranstalterInnen führen den rückgang der experimentellen Einsendungen auch auf die Formulierung des Mottos zurück. Die TeilnehmerInnen hätten wohl nicht verstanden, daß sie, wenn sie im Ruhrgebiet leben, zu jedem Thema einen Film hätten machen können. Statt dessen assoziierten viele mit den "Blicken aus ..." wohl eher "Die Blicke auf das Ruhrgebiet" (...). Mit der Resonanz waren sowohl VeranstalterInnen, als auch Filmemacher und Gäste zufrieden. Neben den inhaltlichen Diskussionen nach den einzelnen Vorführungsblöcken konnten gerade jüngere TeilnehmerInnen zu anderen Studis und Videogruppen Kontakte knüpfen. (...)
Bochumer Studentenzeitung BSZ vom 31.11.1995

Drittes regionales Festival vor gut gefüllten Rängen - Ruhrgebietsvideos zwischen Fankurve und Voodoozauber

Viele Bilder und voller Saal hieß es von Freitag bis Sonntag im Kino Endstation beim dritten regionalen Festival für Video und Film "Blicke aus dem Ruhrgebiet". Der Zielsetzung entsprechend kamen nicht nur die hiesigen Eingeborenen bei überraschenden und skurrilen Entdeckungsfahrten durch ihre Heimat auf ihre Kosten, sondern auch die Freunde märchenhaft eigensinniger Spielfilme und rasanter Musikclips. Von einigen wohl unvermeidbaren Wald&Wiesen-Videos abgesehen, hatten die beiden Veranstalter (Kino und Klack Zwo B) eine ansprechende Auswahl unter den 73 Einsendungen getroffen und mit Podiumsdiskussionen, einer Werkschau des Experimentalfilmers Werner Nekes und einigen großen Filmen zu einem kompakten Festivalprogramm arrangiert. (...) Es wäre mehr als wünschenswert wenn das Festival als Forum für die Blicke "aus" dem - und eben nicht nur "auf" das - Ruhrgebiet trotz der finanziellen Probleme weiterhin erhalten bliebe.
Von "eli"

William oder wie es mir gefällt - Shakespeare als "Pottpüree"

(...) Die Jury zeigte sich insgesamt beeindruckt von dem breiten Spektrum und der hohen Qualität der teilnehmenden Beiträge. Dem Publikum erging es wohl ähnlich: an allen drei Tagen waren das Kino und das Foyer als Diskussionsraum sehr gut besucht. Hier trafen sich Filmemacher und -liebhaber, um über die Grenzen von Super8, Betacam oder S-VHS hinweg miteinander zu fachsimpeln. Das Festival, auf dem nur Filme, die bisher noch kein Geld eingespielt haben, 'ihren Blick auf das Revier' zeigen dürfen, bot auch im zweiten jahr eine vielfältige Spiegelung der Lebensbedingungen und -gewohnheiten in der Region. (...) Neben den renommierten Festivals wie die von Oberhausen, Duisburg und Dortmund behauptet also das "Blicke aus dem Ruhrgebiet" selbstbewußt seinen Platz - regional ein Renner."
Von PvD, Ruhrnachrichten 25.10.1994

Ein neugieriger Blick ins Mauseloch

2. Festival für Video und Film im Kulturbahnhof.
Das Ruhrgebiet ist ein kleines Mauseloch - jeder schaut hinein. Am Wochenende fand zum zweiten Mal ein Festival für Video und Film im Kulturbahnhof Langendreer statt. 69 Filmemacher hatten sich aufgemacht, ihre persönlichen Erfahrungen dem Kohlenpott gegenüber auszudrücken. Klein, liebevoll und abstoßend. (...) So reicht die Bandbreite der gezeigten Streifen auch von sehr persönlichen Beiträgen bis hin zu glatten Dokumentarfilmen, eine Minute oder eine Stunde lang. Eine Handvoll Menschen beschreiben ihren Kampf um die Erhaltung der Siedlung Flöz Dickebank, obdachlose Junkies aus Oberhausen berichten von ihrer verzweifelten Suche nach einem Dach über dem Kopf. Ein junger Obdachloser aus Wuppertal sucht ein Bett für die Nacht und findet die Frau für's Leben. Edwin Kubotat aus Bochum gewährt Einblick in das turbulente leben einer WG zwischen Frust, vergebener Liebesmüh und heißen Diskussionen mittags am Frühstückstisch. (...)
von Sven Westernströer, WAZ 24.10.1994

Wenn Desdemona durch das Ruhrgebiet rudert

Sie wollen sich vom Mediengewitter nicht betäuben lassen. Inmitten von 30 Fernsehprogrammen, ungezählten Hörfunk-Dudelsendern und dem Boulevard-Bombardement des Zeitschriftenmarktes nutzen die Leute vom 'Kino Endstation' im Kulturbahnhof Langendreer Medien für ihre eigenen Ziele. Hier gibt es seit Jahren eine aktuelle Monatsschau. 'Klack Zwo B' heißt sie und wird von der Idee über den Dreh zum Schnitt selbstgemacht. Eine letzte Blüte der 'Gegenöffentlichkeit', dem ungefilterten Blick in die eigene Umwelt. So konnte man vor dem letzten Wochenende glauben. Doch da belehrte das zweite Filmfestival 'Blicke aus dem Ruhrgebiet' alle eines Besseren. Knapp 70 Filme und Videos wurden eingereicht. (...) Die Bandbreite war enorm: ein einminütiges bebildertes Liebesgedicht war dabei, eine Dokumentation über Belegschaftskontakte von Opel und General Motors, ein Kurzkrimi und viele Menschenprotraits. Künstler und Malocher, Alt und Jung trafen aufeinander. Hermann Stewes aus Dinslaken, Naturfilmer seit 1940, erzählte einem jungen Mann mit Punkfrisur, wie er sich geduldig in mannshohen Brennesseln verkriecht, um Tiere vor die Kamera zu bekommen. (...) Sieger wurde die an die Nieren gehende Dokumentation 'Den Affen töten' über Drogenabhängige in Dortmund. Britta Petzold aus Köln hat es geschafft, daß die Junkies ihr vertrauensvoll ihre Lebensgeschichten erzählten. Der mutige Film erhielt 2.000 Mark.
von Stefan Keim, Westfalenpost 24.10.1994