Rahmenprogramm 2013

Samstag 23.11.
17.00 – 19.30

Broadcast Yourself: Der Film im Internet

Kuratiert von Mary Shanyien und Gabi Hinderberger

Durch die Digitalisierung ist der Film nun nicht mehr nur im Kino, sondern auch zunehmend im Internet heimisch geworden. Mit Smartphones, Tablets und anderen kleinen Geräten können wir uns jederzeit und an jedem Ort mit ihm umgeben. Aber es ist nicht nur der Kinofilm, der diese Bewegung erlebt: Es entstehen auch neue Formate, wie zum Beispiel Serien, die ausschließlich für die Veröffentlichung im Netz produziert werden. Alle diese Formen bewegter Bilder können gestreamt, legal heruntergeladen oder auch illegal an Peers verteilt werden – aber wo verschwimmt die Grenze zwischen Amateurfilm und professioneller Produktion?

Auf dem Podium fragen wir nach den Veränderungen, die der Film durch die Digitalisierung erlebt, nach neuen Formaten und Sehgewohnheiten. Wie sind die Produktionsbedingungen von Webclips? Und lassen die sich überhaupt eindeutig feststellen? Ist eine neue Ästhetik entstanden? Und gibt es nun eigentlich andere Themen als vorher? Neben anderen visuellen Beispielen wird Harald Opel, das brandneue Online-Projekt  der Fachhochschule Dortmund (Studiengang Film&Sound)“ Ungewissen" - Ruhrgebiet goes Mystery vorstellen.

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch zwischen den Gästen des Podiums und unserem Publikum!

Podium:
Franziska Bährle
absolvierte nach ihrem Medienwissenschaftsstudium ein Volontariat zur Videojournalistin. Bei ihrem anschließenden Masterstudium im Fach Online Journalism an der Birmingham City University entdeckte sie ihre Leidenschaft für Webvideos. Heute arbeitet sie als freie Videojournalistin und für die European Web Video Academy, die den Deutschen Webvideopreis vergibt.
Alina Cyranek,
1979 geboren, studierte mit Abschlüssen Cultural Studies an der TU Dresden, an der Bauhaus Universität Weimar und der Tongji University Shanghai  - hier mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm und Online Medien. In ihren Arbeiten dominiert der künstlerische Dokumentarfilm.
Harald Opel,
geboren 1962 in Bayreuth. Lebt seit 1996 in Bochum. Absolvent des Studiengangs Film/Fernsehen, Studienrichtung Kamera. Autor und Produzent zahlreicher experimenteller Kurzfilme, Tanzfilme und Dokumentationen. Seit 1999 Dozent für Filmgestaltung, Filmtechnik und Experimentelles Gestalten an der Fachhochschule Dortmund, Studiengang Film&Sound.
Mary Shnayien
studierte Theater- und Medienwissenschaftler und ist Performerin des Kollektivs Anna Kpok. Sie beschäftigt sich, künstlerisch wie auch wissenschaftlich, mit kulturwissenschaftlichen Implikationen von Hard- und Softwarearchitektur, Netztheorien und dem Verhältnis von Technik und Performance.

Elisabeth Neumann. Abgeschlossenes Studium Anglistik, Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften • Regievolontariat, sowie Redaktionsvolontariat • Freie Produzentin, Autorin, Regisseurin im In- und Ausland • Redakteurin, Reporterin und Chef vom Dienst bei Stern TV •  Tätig als Lehrbeauftragte, Dozentin und Mediatrainerin im Medienbüro Rheinland.

Sonntag 24.11.
17:00 – 19:30

DIE ROTE COUCH – Das Werkstattgespräch

TATORT – ALTER EGO
2012 / 88’
Regie: Thomas Jauch / Buch: Jürgen Werner
Mit
Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Stefan Konarske

„Soll also die deutsche Gegenwart tagein tagaus durch Kommissare erzählt werden, die auf eine jeweils regionale Wasserleiche starren?“ – Hart urteilte der Journalist Alexander Gorkow Anfang Oktober in der „Süddeutschen Zeitung“ über das „Fernsehen – eine deutsche Kulturtragödie.“ Einer der großen Unterhaltungsdampfer des hiesigen Fernsehens ist der ARD-TATORT, der in NRW bisher Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Münster anfuhr. Seit Herbst 2012 gibt es nun auch ein Ermittlerteam aus Dortmund. Und siehe da: im ersten Fall „Alter Ego“ geht es vor allem mal um den Fall, um zwei Mordopfer aus dem Schwulen-Milieu, um einen bibelfesten Kommilitonen und den Druck, den Väter auf ihre Söhne ausüben können. Denn nicht selten stehen im TATORT vor allem die Ermittler im Mittelpunkt: man redet über die Jacke und das Benehmen von Schimanski, über die Arroganz des Münsteraner Gerichtsmediziner Professor Boerne oder aktuell über den Abgang einer Kölner Mitarbeiterin. Wie aber ist es bestellt um Grundfesten des Kriminalfilms, das Recherchieren, Kombinieren und Schlußfolgern? Welche Aspekte des Drehbuchs sind den Autoren wichtig, und sind es vielleicht die Schauspieler, die mehr wollen, als den Mord an einer „regionalen Wasserleiche“ aufklären?

Neben offensichtlich unvermeidbaren regionalen Klischees, wie in diesem Fall dem Taubenzüchter oder den BVB-Fans, stechen im Dortmund-Tatort bereits nach den ersten 90 Minuten starke Charaktere hervor: Hauptkommissarin Martina Bönisch als erfahrene, zupackende Ermittlerin; Polizeioberkommissarin Nora Dalay, die junge Deutsch-Türkin im Team, für die ihre Herkunft im Alltag kaum eine Rolle spielt; Polizeioberkommissar Daniel Kossik, nicht auf den Mund gefallener Ur-Dortmunder und doch Vertreter eine neuen, frischen Generation; und der Neue: Hauptkommissar Peter Faber, der „Chef“, den die Vergangenheit quält, sein ganz persönliches Familienschicksal. Und schon droht wieder das alte Strickmuster – wird man sich hier ähnlich verstricken wie bei anderen TATORT-Kommissaren?

Zu Gast: Rolf Viehrig, Motivsucher für den Dortmund-Tatort

Moderation: Dirk Steinkühler