Rahmenprogramm 2015

(Inter)Regionale Blicke. Medienpolitik. Filmanalyse

Zum einen steht hier immer wieder das Ruhrgebiet im Fokus: nicht nur als Ort oder Thema der filmischen Produktion, sondern auch mit Blick auf seine (Re-)Konstruktion im filmischen Medium, sein Erfassen durch einzelne persönliche künstlerische Entwürfe und die besonderen Rahmenbedingungen seiner filmischen Repräsentationen in verschiedenen Perspektiven. Diese reichen von der ‚Autobiografischen Werkschau’ über historische Rückblenden bis zu medialen Entwicklungen und aktuellen Diskursen in der Region.

Zum anderen wurden Blicke auf vergleichbare europäische Regionen gerichtet, das Super8 Format gefeiert und besondere Filmformen unter die Lupe genommen.

Last but not least ist seit 2012 – bisher in einer Trilogie - das Augenmerk auf die Zukunft des Films, seine Transformation durch Digitalisierung und Internet sowie auf filmische Ausbildungen und damit verknüpfte Perspektiven gerichtet.

FREITAG 27.11.2015

18:00 – 19:30 Podiumsdiskussion
Wohin geht der Film?

Seit 2012 wird bei blicke die Frage nach der Zukunft des Films/des Bewegtbildes in verschiedensten Facetten beleuchtet. Technisch, verortend, visionär. In diesem Jahr bodenständig – in Kooperation mit DSW21

Teil VI: Ist eine andere Filmförderung möglich?
Filmproduktion im Spannungsfeld von Kunst und Wirtschaft
„Filmförderung wurde in den sechziger Jahren gegen das muffige Nachkriegskino hart erkämpft. Sie sollte insbesondere solche Filme entstehen lassen, die ihrer künstlerischen Anliegen wegen sich nicht als wirtschaftlich erweisen konnten.“ Das schrieb Lars Hendrik Gass, Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, zuletzt in der FAZ (20.03.2015). Diese Aufbruchstimmung, so sein Resumée, hat sich nicht gehalten, „Sendeanstalten, Verleiher und Kinoverbände diktieren, wie die Filme auszusehen haben oder wann und wo sie gezeigt werden dürfen“, dabei orientieren sie sich zuallererst an eigener Verwertbarkeit. Geht es um „Filmförderung“, wird also immer seltener über die Qualität der so finanzierten Filme gesprochen und noch weniger über die Qualität des dahinter stehenden Fördersystems.
Im Ergebnis sehen wir als Publikum viel Gleichförmiges und konfektionierte ‚Nummer-Sicher’-Produktionen. Denn immer weniger FilmemacherInnen bekommen die Möglichkeit zum künstlerischen Wagnis, zu Formen und Themen jenseits normierter Vorgaben. Und nur selten haben AbsolventInnen die Chance, sich nach ihrem Abschluss auszuprobieren, zu experimentieren und eine eigene Filmsprache zu entwickeln.
Dies ist kein Plädoyer für die Abschaffung staatlicher Filmfinanzierung, vielmehr ein Aufruf, diese - im Sinne der Offenheit gegenüber jungen Talenten zum einen und im Sinne der Förderung innovativer Ideen zum anderen radikal zu überdenken.
Wie können filmische Arbeiten mit höchstmöglicher künstlerischer Qualität finanziert werden? Was sind sinnvolle Instrumente: Crowdfunding? Stipendien? Residenzen? Privatwirtschaftliche Förderung? Kann die Kooperation mit Unternehmen / Sponsoren eine Alternative sein, um Filmkunst zu realisieren und neue Erzählweisen zu entfalten? Kann Werbung ein Spielfeld zur Verwirklichung eigener Ideen nach der Ausbildung sein? Muss der Anspruch, eine eigene Film- und Bildsprache umzusetzen, auf der Strecke bleiben, wenn es darum geht, den Lebensunterhalt zu sichern?

Auf dem Podium

Jürgen Brüning, Produzent und Filmemacher, Berlin
Jürgen Brünings Filmproduktion, gegründet 1987, hat mehr als 25 Features und Dokumentarfilme produziert. Er hat als Kurator für Festivals gearbeitet, u.a. für das Internationale Dokumentar Film Festival Leipzig, für DokuArt Neubrandenburg, und das Internationale Film Festival Ljubljana. Seit 2000 ist er für die Sektion „Panorama“ der Berlinale tätig.

Vera Drebusch, 1986 in Herdecke geboren, lebt in Köln.
In ihren Foto-, Text- und Medienarbeiten beschäftigt sich Vera Drebusch mit Zeitgeschichte und deren Aktualisierung in Form von persönlichen Erinnerungen und Zeugnissen. Sie befasst sich mit globalen Systemen und Entwicklungen historischer Ausmaße, bringt sie aber zu einem menschlichen Maßstab zurück. Am 16. Nov. 2015 wurde sie mit dem Förderpreis des Landes NRW für junge Künstler ausgezeichnet.  www.verdrebusch.de

Thomas Steffen, DSW21 Dortmund
1965 in Duisburg geboren, Publizistik-Studium in Münster, seit 1991 in der Unternehmenskommunikation tätig. Auszeichnungen für Web 2.0-Unternehmensfime, Kinderhörspiele und zuletzt Dortmund tanzt 3D (Produzent) - Korea (KIFF) und Barcelona.

Dustin Steinkühler, überRot Dortmund, Bewegtbildmarketing
„Unser Team steht für medialen Umschwung, für Andersdenken, für weg vom schnöden Standard! Niemand braucht noch mehr langweilige Werbung, Filme und Videos. Online, wie offlne. Wir arbeiten mit Emotionen. Mit Viralität. Mit den bekannten und den „neuen Medien“. Effektiv. Zielgerichtet. Mutig. überRot. (Grün kann jeder…)“ www.ueberrot.de

Die Moderatorin Sirkka Möller arbeitet seit 1988 organisatorisch und programmatisch für internationale Filmfestivals, mit Schwerpunkt auf dokumentarischen Formaten. Sie ist Mitglied des Panorama Auswahlgremiums der Berlinale und leitet das Project Lab Doc Station bei Berlinale Talents. Sie berät Filmemacher zu Projektentwicklung und arbeitet als freie Kuratorin.