blicke – filmfestival des ruhrgebiets

Blicke Filmfestival // blicke – filmfestival des ruhrgebiets

Blicke Filmfestival

Über uns

blicke kommt aus der Videobewegung. Hervorgegangen ist es aus "Die aktuelle Monatsschau", dem Magazin der Bochumer Video- und Filminitiative Klack Zwo B. 1993 fand das Festival zum ersten Mal statt.

Spielort war schon damals das Endstation.Kino im Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer. Aus Bochum Langendreer hat blicke seine Fühler ins ganze Ruhrgebiet ausgestreckt. Dem gesamten Filmschaffen der Region sollte eine Plattform geboten werden. Von Hamm bis Duisburg, von Haltern bis Hagen sollten die eigenen Bilder einen Weg ins Kino finden; Bilder von hier gefochtenen Kämpfen; Bilder, die fragen, wie wir hier gemeinsam leben wollen.

Seitdem ist viel passiert. Das Ruhrgebiet hat Abschied von der Schwerindustrie genommen; 2018 schließt die allerletzte Zeche. Der Film hat sich auf große und kleine Bildschirme ausgebreitet; inzwischen wird auch an anderen Orten und Medien geschaut. Videomagazine laufen heute erfolgreich auf Online-Filmportalen; das Internet ist zum zentralen Sammelpunkt experimenteller und kritischer Filmarbeiten geworden. blicke hat diese Prozesse begleitet und geprägt, eigensinnig und immer im Fluss – wie das Ruhrgebiet und der Film selbst. Viele sind diese Wegstrecke mitgegangen. Das Festival ist ein Ort geblieben, an dem sich Kunst und Alltag mischen. Noch immer wird von blicke aus geschaut: auf die eigenen Bilder und auf die Bilder der anderen.

Damals wie heute gilt: blicke beschränkt nicht, sondern eröffnet Möglichkeiten. Unbekanntes trifft auf Alltägliches, das Unaufgeregte und Banale auf das grandiose Kinospektakel. Das Festival schaut über den Tellerrand: auch auf die Welt jenseits des Ruhrgebiets und den Bilderkosmos jenseits des gewöhnlichen Erzählkinos. So entsteht jedes Jahr ein Festivalprogramm aus einer riesigen Bandbreite von Formaten, Gattungen und Stilen. Alles erhält einen Raum, korrespondiert miteinander, erhellt und kommentiert sich gegenseitig. blicke hebt Kategorien wie ‚Amateurfilm‘ aus den Angeln und hat den Mut auch Arbeiten zu zeigen, die gar nicht ‚Werk‘ sein wollen. Das Festival vertraut auf die Kraft des Kinos und traut seinem Publikum etwas zu. Bei blicke reden Menschen miteinander und hören sich zu. Filme werden politisch und ästhetisch diskutiert; es werden Pläne geschmiedet, kritisiert und ermutigt. Nirgendwo anders entfaltet Bewegtbild seine Kraft so wenig angestrengt und eingebildet – so ‚Ruhrgebiet‘.

blicke wird dem Widerspenstigen weiter eine Heimat bieten. Es beharrt auf dem Film als Ausdrucksmittel und Wahrnehmungsform, die lehrt, die Blickweisen des Anderen auszuhalten. Das Festival behauptet Freiräume, setzt auf Vielfalt und lässt keine einfachen Antworten zu. blicke begleitet diese seltsame Region weiter. Alle Dazugekommenen sind eingeladen, hier zu bleiben – und gemeinsam mit uns zu schauen.  

Hilde Hoffmann
Felix Hasebrink