Vorwort 2016

War nicht schon immer etwas los?
Irgendwo streiten Freiheiten über Ungereimtheiten in angeschwollenen Städten voll Sorge
Die ewige Beschäftigung mit ungepflegter Tradition von Einwegprotestlern
Ein Anbiedern, Anpassen, ein kaum engagiertes Aufrichten;
eher doch liegen oder kriechen, zäh entlang der grauen Weltfassade - getreu dem Motto: Übermorgen, Überordnung,
Überstunden, schlicht Überleben.
Doch ein Schlot führt immer ab ins Freie, räuchernd, formierend, vielleicht auch kultivierend?
Sachte wispernd sammelt sich das Aufbegehren
Sprachlosigkeit wird durch Bildhaftigkeit ersetzt.
Erwartungshaltung trifft auf eine Gegenwart der Revolutionen;
Geht es darum die eigene Haltung festzuhalten, zu vertonen?
Das Gleichgewicht ist so fragil, von links, von rechts, von oben sowieso
oder gar aus der eigenen Mitte heraus.
Es ist so wichtig, sie zu dokumentieren, kreieren, produzieren, sie zu sezieren,
vielleicht ein wenig zu manipulieren?
Wird sie dadurch rauer, härter oder bleibt sie am Ende zart wie die Wirklichkeit?
Es ist an uns sie zu gestalten, mit Mut zu verwalten,
denn Zeiten kennen unsere Haltung nicht, sie kümmern sich nicht.
Doch oh, ihr lieben FilmemacherInnen, Euch ist es gelungen,
Ihr habt es so oft durchdrungen.
Nun ist es an uns, Euch eine Plattform zu bieten, als Sprungbrett zu dienen
und Euch in die Höhen zu katapultieren, in denen wir uns gemeinsam verlieren.
Und unsere werten Gäste, KritikerInnen und LiebhaberInnen,
wir bitten inständig, Euch screenbereit zu empören!
Bitte nutzt sie, die Freiheit, das Privileg, legt sie ab die Protektoren, genug mit dem Schonen.
Feiern wir den Film, das bewegte Bild; wir hoffen sehr, es gefällt.
Doch viel mehr noch feiern wollen wir die darin enthaltenen
Geschichten, Gedichte, Bilder und eben Menschen.
Film ab!

 

Theresa Schürheck