Medienkunst 2009

Raum 6

Die Botschaft

„Narrative Räume nenne ich eine Art der räumlichen Komposition, bei der Video, Klang und Projektions-materialien so zueinander in Beziehung gesetzt werden, dass sich nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine räumliche Erzählung entspinnt, die sich der Betrachter gehend erschließt.“

Für das diesjährige Festival entsteht eine neue, bisher unveröffentlichte Installation.
Daniel Burkhardt

Daniel Burkhardt wurde 1977 in Bochum-Langendreer geboren und studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Im letzten Jahr wurde er unter anderem mit dem 13. Marler Video-Kunst-Preis und dem GWK Förderpreis Kunst ausgezeichnet.

Foyer

 Ansichtssache

Videoinstallation von Gunar Meinhold, FH Dortmund

Ein Kubus. 4 Monitore. Strichmännchen agieren durch die Türen des dargestellten Raumes. Ihre Handlung ändert sich – je nach Perspektive der Betrachtenden.

 

Schizophonia
Video | 2008-2009 | 37’19’

Eric Bünger

Mit der Entwicklung moderner Aufnahme-, Speicher- und Wiedergabemedien – z.B. den Phonographen (1876) – lösten sich Klänge erstmals von den sie hervorbringenden Körpern. Der kanadische Komponist R. Nurray Schaefer prägte in den 1960er Jahren das Wort, Schizophonie (griech. Schizo = geteilt, Phon = Stimme, Laut) für einen Klang, der durch elektroakustische Reproduktion von seinem ursprünglichen Kontext getrennt wird. Eric Bünger definiert diesen nach wie vor irritierenden Effekt folgendermaßen: „Schizophonie = Das, was Hunde Lautsprecher anbellen, Kinder den Wagen hinter der Box suchen und Wilde ihre gefangenen Seelen zurückfordern lässt.“

In „Schizophonia“ zeigt Bünger mystische, religiöse schizophonische Elemente in der Popkultur auf. So hat z.B. bei der Entstehung des rumänischen Dracula-Mythos das Grammophon eine entscheidende Rolle gespielt. Bünger vergleicht den Effekt von Synchronisationen im Film (Woody Allen) mit Besessenheitsphänomenen (Der Exorzist) und spürt der unheimlichen Migration von Stimmen in spiritistischen Techniken und populären ‚post mortem’ Gesangsduetten (Celine Dion & Frank Sinatra) nach.

Quelle : “Wach sind nur die Geister. Über Gespenster und ihre Medien“ Eine Ausstellung des Hartware MedienKunstVereins Dortmund 16. Mai – 18. Oktober 2009

Eric Bünger, 1969 in Bielefeld geboren. Lebt und arbeitet in Köln. Gelernter Buchhändler. Studium der Film- und Fernsehwissenschaften in Bochum, Langjähriges Mitglied und Vorsitzender des Studienkreises Film (SKF)an der Ruhruniversität.