Medienkunst 2011

Daniela Risch

A glimpse of silence

5 Videoloops im digitalen Bilderrahmen je 8“

Fünf bewegliche Stillleben. Ein Kreuz auf einem Berg, mit Blick auf einen erglühenden Himmel. Auf dem Tisch steht eine Tasse, deren Inhalt plötzlich beginnt hin und her zu schwappen. Ein Bahnwärter bewacht die jeden Moment bevorstehende Abfahrt eines Dampfzuges, zu der es jedoch nie kommt. Auf der anderen Seite des Berges pendeln kaum merklich 3 einsame Kinderschaukeln. Der Mond scheint in den verlassenen Garten während Alles erzittert. Ein Leben zwischen Photographie und Film.

Daniela Risch wurde in Dahme/Mark geboren. Sie studiert Photographie in Berlin, nachdem sie  ihr Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln erfolgreich abschließt. Aktuell lebt und arbeitet die Künstlerin in Essen und Berlin. Neben ihrer Arbeit als Installationskünstlerin ist Daniela Risch als Photographin und Filmemacherin tätig. Ihre Werke wurden mehrmals auf internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt. 

 

Marion Kellmann

Trinkhallen

Momentaufnahmen aus dem Ruhrgebiet.  In tableauartigen Bildern werden 31 Trinkhallen gezeigt.
Die Kioske sind jeweils von außen mit einer statischen Kamera aufgenommen. Das Zeitintervall der Aufnahmen entspricht der Laufzeit des Federwerks der Bolexkamera.  Der Ton ist eine extrahierte akustische Beschreibung der Orte. Eine stille Beobachtung  der sonst belebten Orte.

Marion Kellmann ist in Heidelberg geboren. Bis 2010 studierte sie Regie an der Kunsthochschule für Medien Köln.

 

Sven Piayda
The Great Escape
2011, PAL, Ton, 4'15"

Die Videoarbeit THE GREAT ESCAPE basiert auf anonymen  Found Footage“, gedreht in den sechziger Jahren auf Super 8, dann auf Video transferiert und schließlich digitalisiert.
Sven Piayda überarbeitet das Material digital, arrangiert es neu  und komponiert eine minimale Narration. Dabei erkundet er die Parallelität zwischen dem Entkommen aus dem Alltag durch filmisch festgehaltene Freizeitaktivitäten und dem erneutem Entkommen und dem imaginären Zurückreisen durch späteres Ansehen. Der Film verweist auf verschiedene Zeitspannen und lässt die Protagonisten sich erinnern, entkommen und schließlich zurückkehren, physisch und mental.
So zeigt das Medium seine stärkste Eigenschaft als Portal in vergangene Erlebnisse. Die Super-8-typische Überbelichtung sowie der Soundtrack von AESTATE sprechen nostalgische Gefühle des Betrachters an und lassen die ursprünglich privaten Erinnerungsfilme zum universell gültigen Portal für eigene Erinnerungen werden.

Sven Piayda (*1977, Gelsenkirchen) ist ein konzeptionell-visuell arbeitender Künstler, der Fotografie, Video sowie computermanipuliertes und -generiertes Bildmaterial verwendet. Er studierte von 1998 bis 2003 Gestaltungstechnik an der Universität Essen. Er lebt und arbeitet in Essen.