Film und Gespräch
"Tod in der Zelle: Warum starb Oury Jalloh?"

Am 30.4.2006 um 12.00 Uhr im endstation.kino.

Regie: Marcel Kolvenbach, Pagonis Pagonakis, D 2006, Doku., 43 Min., OF
Dessau, ein kalter Morgen im Januar. Ein Mensch wird von der Polizei aufgegriffen, angeblich weil er Frauen belästigt haben soll. Er wird in eine Zelle gesperrt und mit Handschellen an Händen und Füßen gefesselt, "fixiert", wie es im Polizeijargon heißt. Gegen Mittag schlägt der Rauchmelder in der Zelle zweimal Alarm. Hilferufe durch eine Gegensprechanlage werden ignoriert. Oury Jalloh, ein Asylbewerber aus Westafrika, stirbt im Polizeigewahrsam. Offizielle Todesursache: Tod durch Hitzeschock, keine Fremdeinwirkung. Das Opfer habe die Matratze in der Zelle mit einem Feuerzeug angezündet, dann selbst Feuer gefangen und sei verbrannt. Schon bald kommen Zweifel an der offiziellen Version des Tathergangs auf. Der Film begibt sich auf die Spur von Oury Jallohs Leben. "Oury ist dreimal gestorben", sagt ein Freund: "Im Bürgerkrieg in Sierra Leone starb seine Vergangenheit, im Asylbewerberheim in Rosslau bei Dessau starb seine Zukunft und in der Zelle kam er ums Leben."

Im Anschluss an die Filmvorführung stehen die Autoren Marcel Kolvenbach und Pagonis Pagonakis sowie Sonia Mikich, Redaktionsleiterin von MONITOR und der "story" für ein Gespräch zur Verfügung.


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Veranstaltungsort

Bahnhof Langendreer
endstation.kino
Wallbaumweg 108
44894 Bochum

Wegbeschreibung