Preise und Jury-Begründungen
17. blicke aus dem ruhrgebiet 2009

Miltown, Montana

2009 | 34’00’’ | Super 16mm | Farbe | DOKU

Rainer Komers (Idee/Regie/Kamera), Bert Schmidt (Schnitt)  | Mülheim

 Eine durch Industrie beschleunigte Landschaft kommt wieder zur Ruhe. Von Mülheim aus geht der Blick nach Milltown, im Rhythmus von Stilllegung und Wiederbelebung. Und im Schnitt fängt Alles wieder an zu fließen.

"Der Film für den die Jury sich entschieden hat, geht auf Reisen: in die USA, in einen sehr speziellen Bundesstaat. Man sieht, wie riesige Maschinen sich tief in die Erde wühlen, wie in gigantischem Ausmaß Bodenschätze abgebaut und abtransportiert werden – und welchen Preis Menschen und Natur für all das zu zahlen haben.

Wobei die überaus kunstvollen Montagen des Films vieles sichtbar machen, es aber dem Zuschauer überlassen bleibt, eine Haltung zu all dem zu entwickeln.

Zudem, und dies ist selten heutzutage, ist dieser Film ein Plädoyer fürs Kino, soll heißen, für die große Leinwand, für die er gemacht ist, auf der er auf ganz besondere Weise lebt, wenn nicht gar aufblüht!"

Die Jury vergab den Blicke Filmpreis in Höhe von 1.500 EUR.

Chinesisch von Vorteil

2008 | 40’00’’ | HDV | Farbe | DOKU

Sylvie Boisseau & Frank Westermeyer (Idee/Regie), Sylvie Boisseau (Schnitt)  | Ambilly (F)

Eine Sprachschule in Stuttgart bereitet ihre Schüler auf China vor. Ein Land wird aus zwei Blickwinkeln konstruiert, um Worte wird gerungen.

 "Der als Video und für eine Installation konzipierte Film beginnt mit drei statischen Einstellungen, aus denen eine sich langsam zurückziehende Kamera den Filmtitel und die Protagonisten freilegt: zwei Gruppen an einer Chinesischen Sprachschule in Stuttgart. Im Folgenden ist zu sehen, wie sich junge chinesische Schüler ein Bild von Deutschland machen und Deutsche, die chinesische Sprache und Kultur erlernen.

In klar komponierten Bildern und mit sicher gesetzten Schnitten gelingt es den Filmmachern, die Theaterhaftigkeit von Situationen zu betonen, in die man gerät, wenn man sich einer anderen Kultur und Sprache auf offizieller Ebene annähert."

 Die Jury vergab den Medienkunst Filmpreis Ruhr in Höhe von 1.000 EUR.

Flashlights

2009 | 0’12’’ | Dig. SR-Kameras | Farbe | Experimentell

Stefan Zeyen | Berlin

Der Star verlässt das Gebäude. Die Paparazzi nutzen den Moment.

 

 "300 Frames, 12 Sekunden und schon ist es vorbei. Ein Zitat, ein Fragment, universeller Ausschnitt aus 100 Jahren Filmgeschichte. Ein präzise Choreografie, zwischen zwei Türen eingesetzt.

An welchen Film erinnert mich diese Szene? Oder habe ich ihn noch gar nicht gesehen?

Fragen an die eigene Wahrnehmung und Erinnerung.

Ein guter Anlass über die Formen des Mediums Film nachzudenken. Schon ein einzelnes Bild erzählt mehr als nur eine Geschichte."

 Die Jury vergab den Querdenkerpreis in Höhe von 600 EUR.

Kohldampf am Heiligabend

2007/08 | 7’00’’ | Mini DV | Farbe | DOKU

Daniel Hein | Dortmund

 Rahmschnitzel mit Champignons, auf Wunsch auch nach Hause geliefert.

Herbert und Olli bekochen den Borsigplatz.

 "Ein Schmelztiegel im Herzen von Dortmund, einer der Generationen, in Form einer Imbissbude. Herbert und Olli bringen hausgemachte Spezialitäten auf den Tisch und zu den Menschen in der Nachbarschaft, und so jung und alt zusammen. Dies fängt der Filmemacher in mitreißender Direktheit und mit unverhohlener Sympathie ein – wir folgten ihm gern!"

 Die Jury vergab den Schmelztiegelpreis in Höhe von 500 EUR. Der Film erhielt außerdem den Publikumspreis (300 EUR).