Preisträger 2003

Die Jury hat in diesem Jahr zwei verschiedene Kategorien entwickelt und ihnen je zwei Preise zugeordnet, ohne Hierarchie zwischen den Filmen und Kategorien
(gleich hohe Dotierung 4x 600,00 EUR):

Kategorie A: zwei Filme, die ihre Mittel besonders konsequent zu Ende denken/entwickeln:

"Castrop Rauxel"

Doku von Sören Lang [Berlin] - produziert an der FH Dortmund

"Auf der Suche nach der Poesie von Castrop-Rauxel: Bildlandschaften, 12 Begegnungen, authentische Alltagslyrik."

"Da Zwischen sind wir"

Doku von Frank Wierke. [Unna] (hat an der FH Dortmund studiert, den Film aber aus Eigenmitteln gedreht).

"Vertraute Stimmen (WDR-SprecherInnen), vertraute Namen (Brennpunkte der täglichen Staumeldungen). Reiseerzählung durch's Revier.

Jury: ein Film, der das Ruhrgebiet beschreibt, ohne es zu zeigen.

Kategorie B: zwei Filme, die mit minimalistischem Einsatz ihrer Mittel eine hohe Dichte erreichen:

"Film - Ton"

ein Essay von Uta und Fritz Netzeband [Mülheim] - No budget

Ein Film über die Schwierigkeit mit der Schauspielführung. "Kaffee gibt's erst, wenn die Szene im Kasten ist."

Jury: eine Amateurproduktion, die eine szenische Situation hervorragend einfängt und dabei mit minimalistischen Mitteln und Darstellungsmethoden auskommt.

"49 231 5313385"

Spielfilm von Karl Tebbe [Dortmund] - no budget

Was macht ein Filmstudent, der bislang keinen Erfolg hat? Er träumt vom Anruf aus Hollywood.

Den PREIS DER STADT BOCHUM

(500,00- EUR gestiftet vom Kulturamt der Stadt Bochum wurde von der Jury auf 650,00 EUR erhöht) vergab die Jury an:

"AZAD"

Spielfilm von Ralf Brisi, Murat Sivri, Ismail Kaplan [Bochum] - Low budget - 10 Jahre Produktionszeit Der Film schildert die Ankunft eines kurdischen Flüchtlings in Bochum, seine Situation im Dortmunder Aufnahmeheim für Asylbewerber, seine Hoffnung auf die Hilfe durch seinen Onkel, der als Arbeitsimmigrant in Bochum lebt.

Dieser ist von der Ankunft seines kurdischen Neffen ("alles Terroristen") gar nicht begeistert. Nach mehreren Verwicklungen endet der Film mit einer Abschiebung. Der Hauptdarsteller Ismail Kaplan, spielt ein Stück weit seine eigene Geschichte.

Jury-Mitglied Reinhard Wulf (WDR/3sat, Köln): "Ein Film, der aus dem Innenblick heraus gedreht wurde und so aufgeladen ist mit Authentizität, wie ich es zu diesem Thema noch nie gesehen habe."

Mehr Infos unter www.azad-movie.de.

Den RUHRGEBIETSPREIS der "Taz Ruhr"

in Höhe von 250,00 EUR vergibt die Jury an:

"No body Kers"

Spielfilm von Philipp Reuter [Bochum]
Über den unwahrscheinlichen Fund eines befremdlichen Gegenstandes. Ein Genre-Spiel.

Der QUERDENKERPREIS,

gestiftet von der Filmzeitschrift "Trailer" wurde von der Jury um 150,- EUR auf 350,00 EUR erhöht, und mit je 175,00 EUR an zwei Filme vergeben:

"Brauchse Kohlen, Werner holen"

Doku von Franca Lohmann und Jürgen Schardt [Mülheim] - mit eigenen Mitteln produziert.
Ein Kurzportrait des Kohlenhändlers Werner Lünse.

"Lavinia Wilson"

Essay von René Sydow [Dortmund] - mit eigenen Mitteln produziert "Ich möchte eine Frau kennen lernen mit den Augen von Lavinia Wilson. Und heute ist es soweit. Irgendwo in dieser Stadt."

Kurze Erläuterung der diesjährigen Rahmenbedingungen für die Jury und ihres Umgangs damit:

Die Jury hatte drei gestiftete Preise (TAZ Ruhr: 250,- EUR, Trailer: 250,- EUR, Kulturbüro der Stadt Bochum: 500,- EUR)
zu vergeben und ihr stand darüber hinaus ein Preisgeldsumme von 2.700 EUR zur Verfügung, die sie nach ihren eigenen Kriterien aufteilen konnte.

Sie hat sich in diesem Jahr erstmals dafür entschieden, gestiftete Preise aus der ihr frei zur Verfügung stehenden Preisgeldsumme aufzustocken, um die Unterschiede in den Preisgeldern möglichst gering zu halten.

Die Jury-Begründungen liegen leider nicht schriftlich vor, daher stellen wir hier nur sehr knappe Juryäußerungen vor, soweit sie uns in Erinnerung geblieben sind.

 


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Statistische Blicke 2003

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