Film- und Videoinstallationen
Kinofoyer 1. Etage
A glimpse of silence 2010 | 5 Loops je 8‘‘ | stumm
Daniela Risch, Essen/Berlin
Fünf bewegliche Stillleben. Ein Kreuz auf einem Berg, mit Blick auf einen erglühenden Himmel. Auf dem Tisch steht eine Tasse, deren Inhalt plötzlich beginnt hin und her zu schwappen. Ein Bahnwärter bewacht die jeden Moment bevorstehende Abfahrt eines Dampfzuges, zu der es jedoch nie kommt. Auf der anderen Seite des Berges pendeln kaum merklich drei einsame Kinderschaukeln. Der Mond scheint in den verlassenen Garten während alles erzittert. Ein Leben zwischen Fotografie und Film.
Daniela Risch lebt und arbeitet in Essen und Berlin. Nach dem Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln studiert sie jetzt Fotografie in Berlin. Neben ihrer Arbeit als Installationskünstlerin ist Daniela Risch als Fotografin und Filmemacherin tätig. Ihre Werke wurden mehrmals auf internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt.
The Great Escape 2011 | 4‘15‘‘ | PAL
Sven Piayda, Essen
Super8 Found Footage der 60er auf Video transferiert und schließlich digitalisiert. Neu arrangiert und zu einer minimalen Narration komponiert. Eine Erkundung der Parallelität zwischen dem Entkommen aus dem Alltag durch filmisch festgehaltene Freizeitaktivitäten und dem imaginären Zurückreisen durch späteres Ansehen. Das Medium als Portal zu vergangenen Ereignissen.
Sven Piayda ist ein konzeptionell-visuell arbeitender Künstler, der Fotografie, Video sowie computermanipuliertes und -generiertes Bildmaterial verwendet. Der reflexive Aspekt bezüglich der genutzten Medien und ihrer manipulativen Technologie spielt eine wichtige Rolle in seinen Arbeiten. So reflektieren seine Videoinstallationen und Fotografien die Möglichkeiten ihrer selbst. Dies dient zum Einen als Medienkritik, bei welcher sich die Fotografie von der Realität emanzipiert, zum Anderen stellt sie ein Fenster zur Erinnerung und Emotion des Betrachters dar.
Erich, lass mal laufen! | 24‘ | DVD | s/w, Farbe | Ton
Die Filme der Elisabeth Wilms
Kompilation: Claus Bredenbrock, Bochum
Elisabet Wilms (1906-1981) beginnt, angeregt durch Super8, mitten im Zweiten Weltkrieg in Dortmund zu filmen. Insgesamt realisiert die Filmpionierin mehr als 150 Filme. Gleich ihre ersten Spielfilme wie „Der Weihnachtsbäcker“ und „Münsterland – Heimatland“ wurden 1944 von der Film-Prüfstelle in Berlin ausgezeichnet. Elisabeth Wilms filmt nicht nur den Alltag ihrer Umgebung, sondern auch Bombenangriffe auf Münster und Dortmund und, kurz danach, das Leben in den zerstörten Städten. Ihre Filme „Dortmund 1947“ und „Schaffende in Not“ sind heute wertvolle historische Quellen und erhielten den Bundesfilmpreis. Später dreht sie Filme, die Deutschlands Wiederaufbau dokumentieren. Es folgen zahlreiche Industrie-, Werbe- und Reisefilme. Dem Kompilationsfilm „Erich lass mal laufen“ liegt das Interview zugrunde, das Michael Lentz und Jürgen Klauß 1980 für die WDR-Dokumentation „Brot und Filme“ mit Elisabeth Wilms geführt haben.
Auf der DVD finden sich fünf weitere Filmdokumente Elisabeth Wilms:
Der Weihnachtsbäcker 1943 | 16‘12‘‘ | 16mm | Farbe | stumm
Münsterland-Heimatland 1944 | 26‘09‘‘ | 16mm | Farbe, s/w | stumm
Alltag nach dem Krieg 1948 | 20‘25‘ | 16mm | s/w | Ton
Dortmunds neue Westfalenhalle 1952 | 19‘50‘‘ | 16mm | s/w | Ton
Flirt mit der Maschine 1955 | 9‘06‘‘ | 16mm | Farbe | Ton
Steve Reich – different trains 2011 | 30‘ | PAL | Farbe
Georg Koppitz, Bochum
Die Videoarbeit „Steve Reich – different trains" entstand anlässlich einer einmaligen Aufführung desselben Musikstücks im Rahmen des John-Cage-Projektes in der Galerie „Rottstraße 5". Der Komponist reflektiert darin Erinnerungen an seine Kindheit in Amerika während des Weltkrieges. Der strenge kompositorische Aufbau in drei Teile wurde in die Videoarbeit in drei thematisch übereinstimmende Bilder übernommen. Das erste Bild „Amerika – Vor dem Krieg" greift verschiedenes Filmmaterial aus Amateur- und kommerziellen Quellen dieser Zeit auf. Das zweite Bild „Europa – Während des Krieges" bedient sich der Dokumentation „Shoah" von Claude Lanzmann. Es schien bemerkenswert, dass die Eisenbahn auch für Claude Lanzmann zu einer Art Leitmotiv für sein Thema wurde. Dieses Werk verzichtet durchgehend auf Originalmaterial und zeigt stattdessen die Originalschauplätze in dem Zustand, in dem Lanzmann sie zur Zeit seiner Recherchen in den siebziger Jahren angetroffen hat und schlägt so eine Brücke in die Gegenwart. Dieses Konzept wurde für das dritte Bild „Nach dem Krieg" übernommen. Der Soundtrack der Arbeit ist der Mitschnitt der Aufführung, für die das Video entstand.
Steve Reich schreibt über sein Konzept: „Das Werk vermittelt zwei Realitäten - eine dokumentarisch und eine musikalische – und gibt der Musik somit eine neue Richtung. Ich gehe davon aus, dass diese neue Richtung in nicht allzu ferner Zukunft in eine neue Form des dokumentarischen Musikvideotheaters münden wird."
Georg Koppitz
Tresenmonitor
Trinkhallen 2010 | 12‘13‘‘ | 16mm | stumm
Marion Kellmann, Nicole Meyer, Köln
Momentaufnahmen aus dem Ruhrgebiet: 31 Trinkhallen. Bilder im Zeitintervall
des Federwerks der Bolexkamera. Eine stille Beobachtung.
Marion Kellmann ist in Heidelberg geboren. Bis 2010 studierte sie Regie an der Kunsthochschule für Medien Köln.
- Reinigung
- Sicherheit
- Gastronomie
- Button 3.1
- Button 3.2
- Button 3.3
- Button 4
- Button 5
