Sonntag, 27. November 2011
13.00 Uhr: Filmprogramm IX
Scheich Ibrahim, Bruder Jihad 2010 | 83‘ | XDCam, HD | Farbe | Doku
Andrés Rump, Roettgen-Rott
Ibrahim ist Schneider und Scheich. Er ruft in Damaskus zum Gebet in die Moschee und leitet die Gesänge eines Sufiordens, die den Derwisch zur Exstase treiben.
Bruder Jihad meditiert im Kloster mitten in der syrischen Wüste. Dort empfängt er auch BesucherInnen aus aller Welt. Beide verbindet eine jahrelange Freundschaft.
Andrés Rump studierte Architektur in Aachen, Cottbus und Venedig sowie Dokumentarische
Kamera an der FH Dortmund. Seit 2010 arbeitet er als freier Autor, Kameramann und Fotograf.
Produktion: FH Dortmund, gefördert von der Filmstiftung NRW
14.30 Uhr: Diskussion. Moderation: Frank Wierke
15.00 Uhr: Filmprogramm X
Phoenix in der Asche 2009-2011 | 88‘ | HD | Farbe | Doku
Idee, Regie: Jens Pfeifer, München
Kamera: Tobias Tempel, Schnitt: Eric Asch
Schwerstarbeit: um den 2009 geschafften Aufstieg in die erste Bundesliga zu erhalten, braucht der Hagener Basketball-Club Phoenix eine neue Halle und muss einige Spiele gewinnen. Die Halle wird in letzter Sekunde vor Saisonstart fertig, doch im Spiel jagt eine Niederlage die nächste. Hilfe naht mit dem Superstar Michael Jordan. Doch der Retter bringt mehr mit als seinen klangvollen Namen.
Jens Pfeifer ist geboren in Hagen. Er studierte Ethnologie und Jura in Hamburg sowie Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.
Produktion: Pech & Schwefel Filmproduktion
16.30 Uhr: Diskussion. Moderation: Frank Wierke
17.00 Uhr: DIE ROTE COUCH – Das Werkstattgespräch
„See you later, alligator“: Vorstadtkrokodile 2009 | 98‘ | 35 mm
Regie & Buch: Christian Ditter
Drehbuch: Martin Ritzenhoff
Mit Nick Romeo Reimann, Fabian Halbig, Leonie Tepe, Maria Schrader,
Jacob Matschenz u.a.
Film und Gespräch mit Gästen.
Moderation: Dirk Steinkühler
Der Wahl-Dortmunder Max von der Grün war eigentlich Bayer. Mit 25 kam er ins Ruhrgebiet und war zunächst Schlepper, dann Hauer auf Zeche Königsborn. Zweimal wurde der Bergmann verschüttet und musste schließlich nach einem weiteren schweren Arbeitsunfall zum Grubenlokomotivführer umschulen. Seine Erfahrung des Eingeschlossenseins unter Tage verarbeitete von der Grün 1962 in seinem ersten Roman „Männer in zweifacher Nacht“, ein Jahr später beschrieb er in „Irrlicht und Feuer“ die schlechten Arbeitsbedingungen der Kumpel in den Zechen. Auch bei seinem wohl bekanntesten Buch „Vorstadtkrokodile“ (1976) wusste der inzwischen erfolgreiche Autor, wovon er schrieb: er widmete es seinem behinderten
Sohn Frank und warb für Toleranz und Integration. Die Vorstadtkrokodile sind eine Jugendbande, die Neumitglieder nur nach einer bestandenen Mutprobe aufnimmt. Dabei gerät der Aspirant Hannes auf dem Dach einer alten Ziegelei in Lebensgefahr. Nur durch das Eingreifen von Kai, der die Aktion per Fernrohr beobachtet und die Feuerwehr gerufen hat, kann Hannes gerettet werden. Auch Kai möchte zur Bande gehören – doch der Rolli-Fahrer ist für die Krokodile ein „Spasti“, der noch nicht einmal wegrennen kann, wenn’s brenzlig wird. Als Kai aber einen nächtlichen Einbruch beobachtet, wird er plötzlich interessant für die Clique, die
die Verbrecherbande dingfest machen will.
Max von der Grüns Jugendbuchklassiker wurde 1977 erstmals fürs Fernsehen verfilmt – nach seinem Drehbuch und unter der Regie von Wolfgang Becker. 2009, vier Jahre nach dem Tod des Schriftstellers, verfilmte Christian Ditter die Geschichte erneut – diesmal für die Leinwand. Zwei Fortsetzungen folgten, die letzte kam Anfang dieses Jahres in die Kinos. Dort ist zwar noch der Geist der Vorlage zu spüren, doch versteht sich Teil drei eher als modernes Actionkino für Kinder und Jugendliche. Die mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Neuverfilmung modernisiert die immer noch aktuelle Geschichte über soziale Problematiken –
von der Ausgrenzung von Behinderten bis zu häuslicher Gewalt und Geldsorgen. Vor allem wurde in Figurenzeichnung und Sprache, der sich in den letzten dreißig Jahren veränderten deutschen Gesellschaft, vielfältig Rechnung getragen. Und noch etwas ist neu: Während zuvor nur deutsche Kinder Mitglieder der Vorstadtkrokodile waren, gehört jetzt auch ein Grieche zu der Ruhrpott-Bande. Das hätte von der Grün gefallen – dieses Jahr wäre er 85 Jahre alt geworden.
Dirk Steinkühler, Filmpalette Köln
Auf der Roten Couch nehmen Platz: Birgit Theis und Peter Schiller.
Birgit Theis ist Medienpädagogin aus Gevelsberg und hat sich auf die Betreuung von Jungdarstellern bei Film- und Theaterproduktionen spezialisiert, neben den ersten beiden VORSTADTKROKODILE-Filmen hat sie u.a. Kinder und Jugendliche bei den Dreharbeiten zu DAS WUNDER VON BERN oder ANONYMA betreut.
Peter Schiller ist Produktionsleiter und hatte die Produktionsleitung bei allen drei VORSTADTKROKODILE-Filme inne. Außerdem arbeitet er häufig als Produktionsleiter für Fernsehserien (z.b. Der Kriminalist) und aktuell für den Kinofilm zur Serie "Türkisch für Anfänger".
20.00 Uhr: Preisverleihung
und Präsentation der prämierten Filme
Eröffnung der Preisverleihung mit:
We Are Watching You 2011 I 1'13'' I Farbe I Animation
Heiko Werner, Pforzheim
Sound: 1 Dose Chilli-Bohnen
Fühlen Sie sich manchmal beobachtet? Keine Sorge, Sie sind nicht verrückt...
Publikumspreisträger des ersten Kunstpiep-Wettbewerbs der FIDENA.
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